D1-Junioren holen den 4. Platz beim Saxony Cup in Dresden

Kaum war am vergangenen Freitag (14.06.) für unsere D1-Junioren die Schule vorüber, da ging es auch schon auf die Autobahn. Insgesamt machte sich ein großer Tross aus Wandlitz auf den Weg nach Dresden. Nachdem man sich durch den zähen Verkehr auf dem Berliner Ring und den Umleitungsstrecken zur A13 gekämpft hatte, rollte man am frühen Abend in der sächsischen Landeshauptstadt ein. Nach dem Check-In in der Unterkunft direkt am Dresdner Hauptbahnhof ging es dann für unser Team und die mitgereiste Anhängerschaft in ein örtliches Pizza-Restaurant. Nicht nur unser Team hatte sich passend zum anstehenden Eröffnungsspiel der Europameisterschaft in Schale geworfen und zahlreiche Fan-Shirts des DFB-Teams übergezogen. Auch in der Dresdener Innenstadt waren viele Menschen in Deutschland-Trikots unterwegs. Obwohl einiges los war, wurden wir im Restaurant zügig mit kühlen Getränken versorgt. Und wenig später landeten riesige Pizzen auf dem großen Tisch. Gut gestärkt ging es dann zurück ins Hotel, wo es darum ging, sich die besten Plätze vor der Leinwand zu sichern, auf der wenig später die Übertragung des Spiels Deutschland gegen Schottland begann. Die Hotel-Bar war zunächst einigermaßen überfordert mit dem unerwarteten Andrang aus Wandlitz, bis zum Anpfiff waren aber letztlich alle Kinder und Erwachsenen mit Getränken versorgt. Und was soll man sagen? Das DFB-Team sorgte durch seinen starken Auftritt für einen stimmungsvollen Abend, der als besonderes Gruppenerlebnis lange in Erinnerung bleiben wird. Dementsprechend wurde es spät, bis unsere D1-Junioren am Abend in den Betten lagen.

Und am nächsten Morgen sollte es früh raus gehen. Um 7 Uhr klingelte der Wecker und kurz darauf stand das Frühstück an. Anschließend der Check-Out und dann die kurze Anreise zum Sportpark Ostra. Auf der imposanten Sportanlage, unweit des Elbufers, sollte heute (15.06.) der 17. Saxony Pokal ausgetragen werden. Insgesamt waren über 100 Mannschaften aus nah und fern am Start in den unterschiedlichen Kleinfeld-Altersklassen. Und als unsere D1-Junioren den Platz zum Aufwärmen betraten öffnete der Himmel seine Schleusen und es setzte ein solider Dauerregen ein. So ging es ziemlich nass in die ersten Spiele. Und unsere Mannschaft startete gut ins Turnier, in dem insgesamt 24 D-Junioren-Teams zunächst in vier 6er-Gruppen um den Saxony-Pokal kämpften. Es ging gegen – für uns bislang –  völlig unbekannte Gegner, die vorwiegend aus Sachsen kamen und ordentlich Fußball spielten. Aber unsere D1-Junioren hielten sich schadlos und überstanden die Vorrundengruppe ohne Gegentor als ungeschlagener Gruppensieger. Irgendwann hörte sogar der Regen auf. Trotzdem verlief das Turnier nicht reibungslos, da die Turnier-Organisation teilweise chaotisch war. So kam es immer wieder zu nicht nachvollziehbaren Unterbrechungen, viel zu langen Pausen zwischen den einzelnen Spielen, was dazu führte, dass der Zeitplan zum einen nicht mehr eingehalten werden konnte und es zum anderen bei den einzelnen Mannschaften zur völligen Verwirrung führte, welches Spiel denn nun als nächstes angepfiffen wurde. So kam es immer wieder dazu, dass plötzlich vier Teams auf dem selben Feld antreten wollten, während andere Felder über weite Strecken überhaupt nicht bespielt wurden. Unsere Mannschaft und der mitgereiste Anhang ließ sich davon aber nicht die Laune verderben und versuchte zu jeder Zeit das Beste aus der Situation zu machen. Und irgendwann war dann auch geklärt, wie es nach der Vorrunde weiter ging. Unsere Wandlitzer Nachwuchskicker hatten sich mit sieben weiteren Teams für das Viertelfinale qualifiziert und spielten um die vorderen Plätze. Im Viertelfinale trafen unsere D1-Junioren dann auf das Berliner Team von Schwarz-Weiß Spandau 53. Und unsere Mannschaft ging mit einigem Respekt in das Spiel, da der Gegner körperlich überlegen schien und teilweise mit Spielern am Start war, die einen Kopf größer als unsere waren. So ging man nicht mit der letzten Konsequenz in die Zweikämpfe und lag schnell mit 0:2 im Rückstand. Erst langsam bemerkten unsere Spieler, dass sie zwar kleiner waren aber dennoch die bessere Mannschaft. Man hatte nun mehr vom Spiel und konnte den Anschlusstreffer erzielen. Nun wuchs beim Gegner die Nervosität, was man daran merkte, dass sie den Schiedsrichter in Diskussionen verwickeln wollten und sich gegenseitig lautstarke Vorwürfe machten. Sie versuchten nun mit allen möglichen Tricks Sekunden von der Uhr zu nehmen. Aber einen Angriff konnte unsere Mannschaft, angetrieben vom lauten Wandlitzer Anhang , noch nach vorne bringen. Und dann war es unser Juri, der eine Flanke per Kopf zum viel umjubelten Ausgleich ins Tor beförderte. Nun ging es gegen einen völlig frustrierten Gegner ins entscheidende Neunmeter-Schießen. Und auch hier trieben beide Teams die Spannung auf die Spitze. Auch nachdem die jeweils drei Schützen angetreten waren, stand noch immer kein Sieger fest. Also mussten alle Schützen nochmal antreten. Und dann war es unsere Josi, die mit einer überragenden Leistung unsere Mannschaft im Turnier hielt und mehrere Neunmeter hielt. So waren es unsere D1-Junioren, die sich am Ende durchsetzen konnten und ins Halbfinale einziehen konnten. Bis es zum Halbfinale kam, verstrich wieder viel nicht nachvollziehbare Wartezeit. Zunächst informierte uns der Veranstalter, dass beide Halbfinals auf jeden Fall zeitgleich angepfiffen werden sollten, Dann wurde das andere Halbfinale aber angepfiffen und auf unserem Feld war kein Schiedsrichter vorhanden. So war das andere Halbfinale schon wieder fast beendet, bis es bei uns endlich los ging. Wir trafen auf den TSV Reichenberg-Boxdorf. Dieses Team hatte sich in der letzten Woche im Masters-Turnier des sächsischen Landesverbandes als Sieger durchgesetzt und war damit der frischgebackene Landesmeister Sachsens der D-Junioren. Uns erwartete also ein schwerer Gegner. Und folgerichtig wurden wir über weite Strecken in die eigene Hälfte gedrängt. Dennoch hielt unsere Mannschaft das 0:0. Und als sich in der letzten Spielminute einige im Kopf schon wieder auf ein Neunmeterschießen eingestellt hatten, schlug der Sachsenmeister dann doch noch zu. Mit dem Abpfiff fiel der Gegentreffer und somit stand fest, dass unsere Wandlitzer D1-Junioren um den 3. Platz spielen würden. Dafür galt es noch einmal alle Kräfte zu bündeln. Es ging gegen die SG Handwerk Rabenstein und unsere Mannschaft hatte vom Anpfiff an mehr vom Spiel. Da aber die riesigen Torchancen nicht genutzt wurden und irgendwann die Zeit knapp wurde, versäumte man es, eine Entscheidung in der regulären Spielzeit herbei zu führen. So ging es ein weiteres Mal ins entscheidende Neunmeterschießen. Es folgten kuriose Szenen: Auf dem benachbarten Open-Air-Gelände wurde gerade der Soundcheck für das am Folge-Tag stattfindende Konzert der australische Hard-Rock-Band AC/DC durchgeführt und unsere Nachwuchsfußballer mussten sich auf das Neunmeterschießen konzentrieren. Unsere Josi zeigte erneut eine überragende Leistung und man konnte nicht mehr mitzählen, wie viel Strafstöße sie parierte.  Da aber auch der gegnerische Keeper oft zur Stelle war, wollte keine Entscheidung fallen. Es lässt sich nicht mehr nachvollziehen, wie oft die jeweiligen Schützen antreten mussten, bis endlich ein Sieger fest stand. Letztlich war es das Team aus Rabenstein, welches das glücklichere Ende für sich hatte. So musste man sich im kleinen Finale schließlich geschlagen geben, was zunächst zu vielen niedergeschlagenen Wandlitzer Gesichtern führte. Letztlich kann man aber insgesamt wirklich zufrieden sein, sich bei diesem Teilnehmerfeld aus 24 Teams den 4. Platz zu sichern. Diese Einsicht verfestigte sich bei unseren Nachwuchskickern dann spätestens auf der Heimreise. Unsere D1-Junioren blicken also auf ein ereignisreiches Wochenende zurück. Neben dem sportlichen Erfolg hat unsere Mannschaft darüber hinaus  mal wieder unter Beweis gestellt, welch großer Zusammenhalt und Teamgeist in ihr steckt. Dies gilt nicht nur für die Spieler und unsere Josi sondern auch für das Team um das Team aus Eltern, Geschwistern und Großeltern. Da hat sich im Laufe der Jahre eine verschworene Einheit entwickelt, mit der solche Turnierteilnahmen jedes Mal zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Und das ist neben dem sportlichen Erfolg eigentlich noch wertvoller.

 

 

 

 

 

 

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